Bitte beachten Sie, dass unter dem Begriff Hyperthermie sehr verschiedene Therapien angeboten werden. Sehr hohe Temperaturen können Krebszellen direkt abtöten – das ist aber in der Therapie nur sehr selten nutzbar, weil Hitze auch für die umliegenden gesunden Zellen schädlich ist.
Temperaturen um 42 Grad Celsius können die Wirksamkeit von Chemo- oder Strahlentherapien bei manchen Tumorarten verstärken. Eine Ganzkörperhyperthermie mit 42 Grad ist aber bisher in keiner Studie mit einem positiven Ergebnis getestet worden.
Regionale Überwärmungen auf 42 Grad können mit bestimmten Techniken erreicht werden. Es gibt eine Studie, die zeigt, dass bei Sarkomen, dies ist eine ganz besondere Art von Krebs, eine gezielte Hyperthermie, die sicher ca. 42 Grad im Bereich des Tumors erreicht, die Wirksamkeit einer Chemotherapie verstärken kann. Ähnliche Ergebnisse gibt es für die erneute Bestrahlung bei Brust- oder gebärmutterhalskrebs und für die Radiochemotherapie bei Enddarmkrebs. Allerdings ist es bei diesen Krebsarten noch unklar, welche Patienten davon profitieren. Diese Form der Hyperthermie wird in Deutschland nur an wenigen Universitäten angeboten.
Für die häufig angebotene sogenannte Oncothermie oder Elektrohyperthermie wurde bisher kein Beweis erbracht, dass sie die erforderlichen Temperaturen erreicht.
Viele Patienten fragen nach CBD- oder anderen Cannabis-Produkten.
Es gibt ganz wenig Studien mit Patienten mit einer Tumorerkrankung, bei denen Cannabis-Präparate eingesetzt worden sind. Die bisher gezeigten Effekte sind allenfalls schwach.
Beunruhigend ist eine Studie, bei der man die Ergebnisse der Behandlung von Patienten unter einer Immuntherapie ausgewertet hat. Hier hat man Patienten, die ein Cannabis-Präparat eingenommen haben, verglichen mit Patienten, die dies parallel nicht gemacht haben, und hat gesehen, dass die Patienten mit den Cannabis-Präparaten ein deutlich schlechteres Therapieergebnis hatten. Auch diese Studie ist noch kein sicheres Ergebnis, aber sie gibt einen Warnhinweis, dass Cannabis vielleicht mehr schaden kann, als viele Patienten glauben. Da der Nutzen eher fraglich ist, wäre ich zumindest während der Tumorbehandlungen sehr zurückhaltend.